Quierschied

Wappen von Quierschied

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Taubenfeldschule

  

Über dem Raum des Eingangs, finden die Ausbildungen (intern/extern) der Quierschieder Malteser statt.

Motiv und Geschichte der Malteser

 

Zur Mitte des 11. Jahrhunderts gründete sich eine Hospitalbruderschaft des Hl. Johannes. Viele Pilger bereisen in dieser Zeit Jerusalem und die Bruderschaft macht es sich zur Aufgabe kranke Pilger zu betreuen und zu pflegen.
Am 15. Juli 1099 wird Jerusalem durch das Kreuzfahrerheer eingenommen.

Ordensritter Der Nachfolger Meister Gerhards, Raymund du Puy, verfasst um 1150 die erste Ordensregel. Er gibt dem Orden seinen bis heute gültigen Leitsatz: "Verteidigung des Glaubens und Hilfe den Armen und Kranken"
Seit dieser Zeit nennen die Ordensritter ihre Patienten in Demut: "Die Herren Kranken"

Die große Zahl der Verletzten erfordert eine Vergrößerung des Krankenhauses. Zu dieser Zeit wird die Bruderschaft von Meister Gerhard geführt. Mit Errichtung der Kreuzfahrerherrschaft über das Heilige Land, treten viele Pilger in das Hospital als Helfer und Brüder ein, so dass sich daraus allmählich eine neue Gemeinschaft bildete, die sich die Betreuung von Pilgern und Kranken zur Lebensaufgabe machte. Diese Zeit ist die eigentliche Geburtsstunde des Ordens. Im Februar 1113 erkennt Papst Paschalis die Ordensgemeinschaft an und sichert die Selbständigkeit des Hospitals und die freie Wahl des Vorstehers durch die Bruderschaft.

Das Johannes-Hospital in Jerusalem ist im Jahre 1170 mit ca. 2000 Kranken belegt. Eine enorme Zahl, wenn man die damaligen Verhältnisse bedenkt. Erst mit dem Abzug der Kreuzritter übernehmen die Ritter des Ordens mehr und mehr auch die Aufgaben des Pilgerschutzes und der militärischen Verteidigung. Sie werden zur tragenden Säule der christlichen Herrschaft im Heiligen Land.
Ordenssiegel Das erste Hospital Siegel. Die ewige Lampe und ein Kranker sind zu erkennen.

Nach fast 200 Jahren werden 1291 die letzten Ordensritter aus dem Heiligen Land vertrieben. Nach einer kurzen Phase auf der Insel Zypern nahmen die Ritter 1309 die Insel Rhodos in Besitz. Sie gehörte zuvor zum byzantinischen Reich. In Rhodos begann eine Blütezeit des Ordens, die sich positiv auf alle Aktivitäten in Europa auswirkte. So ist es der von Ordensrittern aufgebauten Flotte zu verdanken, dass das Piratenunwesen im östlichen Mittelmeer stark eingedämmt wurde. Dadurch florierte der Handel und hob den Wohlstand der Anrainerländer.
Diese Entwicklung war den Türken - sie hatten zuvor das byzantinische Reich unterworfen - ein Dorn im Auge. Mehrfach rannten sie vergeblich gegen die Insel Rhodos an, bis sie schließlich dank ihrer gewaltigen Übermacht den Sieg davontrugen. Die Ordensritter kapitulierten im Dezember 1522, nach mehr als acht harten Wochen heftiger Gefechte, gegen freien Abzug, ohne dass der Sultan mit 140.000 Mann, gegen 5.000 Kämpfer die Rhodos verteidigten, einen Fuß in die Festung gesetzt hatte. Die Verteidiger hatten zwar 3.500 Tote zu beklagen, die Angreifer jedoch mehr als 20.000 Soldaten und fast 100.000 waren durch Verwundungen oder Seuchen nicht mehr einsatzbereit. der Sultan konnte seine Truppen laufend erneuern, was den Verteidigern natürlich nicht möglich war.
Am Weihnachtstag des Jahres 1522 verließen die Ritter nach 213 Jahren Rhodos - ihre Heimat. Ihr Abzug war ehrenvoll, doch war es ein Zug ins Ungewisse.

Leitsatz der Malteser

Von Jerusalem nach Rom 
"Die Odyssee der Malteser"

Nach dem Verlust der Insel Rhodos erhalten die Ordensritter im Jahre 1530 von Kaiser Karl V. die Insel Malta mit ihren Nachbarinseln und die Festung Tripolis. Trotz der kriegerischen Zeiten vergessen die Malteser, wie sie von nun an genannt werden, ihren eigentlichen Auftrag nicht. So bauen sie die Infrastruktur der Insel Malta vorbildlich auf, was man heute noch bis ins Detail feststellen kann. Hospitäler, feste Häuser und Befestigungsanlagen werden errichtet, so dass schon nach kurzer Zeit die ordnende Hand des Ordens sichtbare Früchte trägt.
Kaiser Karl hat wohl den militärischen Vorteil einer befestigten Bastion gegen das türkische Reich nicht unterschätzt, als er Malta an den Orden abtrat, denn die Türken unternahmen schon bald wieder den versuch, die Malteser von der Insel Malta zu vertreiben. Diesmal gelang es ihnen jedoch nicht. Nach starken Verlusten zogen sich die Muselmanen zurück. Die Malteser widmeten sich nun verstärkt dem Aufbau ihrer Insel. So gründeten sie eine Universität mit einer medizinischen Fakultät, deren Forschungen im damaligen Europa wegweisend sind.
Nach 268 Jahren nähert sich wieder ein Eroberer der Insel. Napoleon. 1798 zwingt er den Malteser-Orden die Insel zu verlassen. Die Organisationsstruktur des Ordens wird von Napoleon in den folgenden Jahren zerschlagen.1834 wird den Maltesern erlaubt, nach vergeblichen Versuchen, von England, dem neuen Besitzer Maltas, die Insel wieder zurück zu bekommen, in Rom den Sitz des Ordens einzurichten. Bald darauf werden die ersten Krankenpflegedienste wieder aufgenommen.

Mehr als 60 Jahre nach der Vertreibung von Malta ist der Malteser-Orden in den meisten Ländern Europas nicht mehr organisiert. Daher gründen am 10. November 1859 in Düsseldorf die rheinisch-westfälischen Malteser-Ritter eine deutsche Assoziation, die als erste "Nationale Assoziation" Vorbild ist für andere nationale Gründungen, die nun in den nächsten Jahren folgen.
In den folgenden Jahrzehnten bis zum Ende des ersten Weltkrieges sind die Malteser mit dem Aufbau von Lazaretten, Ambulanzcorps, Hilfszügen und anderen Hilfswerken helfend tätig. Seit 1936 wendet sich der Orden verstärkt der Bekämpfung der Lepra zu. 20 Jahre später wird dazu ein internationales Hilfskommiteé gegründet und die wissenschaftliche Zeitschrift "Acta Leprologica" erscheint.
Durch den 2. Weltkrieg erleidet der Orden starke personelle Verluste, vor allem in Europa.
Nach 1945 nimmt sich der Orden der Flüchtlinge an und beginnt mit seinem Wiederaufbau. Neue nationale Assoziationen entstehen, die Zahl der Hilfswerke und die der Mitglieder steigt stetig an.
Der Souveräne Malteser-Ritterorden und der Deutsche Caritasverband gründen 1953 den Malteser Hilfsdienst als nationale Hilfsorganisation.

 
 

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